DoubleQuotes / Ein Ratespiel für belesene Leute

Spielregel

Allgemeines

Wenn im folgenden von Spielerinnen, der Spielleiterin etc. die Rede ist, sind damit immer auch männliche Spieler, Spielleiter etc. gemeint.

DoubleQuotes ist ein Postspiel für beliebig viele Spielerinnen, die von Runde zu Runde auch wechseln können, und eine Spielleiterin. Die Spielerinnen senden ihre Beiträge jeweils auf einem vorgedruckten Formular an die Spielleiterin, die sie auswertet und mit der Veröffentlichung der Resultate gleichzeitig die nächste Runde startet. Das Spiel kann so beliebig lang weitergehen. Wer neu in eine bereits laufende Partie einsteigen will, braucht nur die letzte Auswertung zu lesen und einen Zug abzugeben.

Den interessantesten Teil jeder Ausgabe von DoubleQuotes bildet eine bunt gemischte Liste von Zitaten, zu der jede Spielerin mit ihrer Zugabgabe zwei beigesteuert hat. Beim darauffolgenden Zug gilt es dann, zu erraten, welche Zitate jeweils zusammengehören. Damit überhaupt thematisch und im Stil vergleichbare Zitate zusammenkommen können -- sonst wäre das Raten ja trivial -- wird von der Spielleiterin stets ein Zitat vorab "ausgesät", das später mit einem geeigneten Pendant auch wieder in der Liste auftaucht.

Schematischer Spielablauf

Runde n
Veröffentlichung des Vorab-Zitats durch die Spielleiterin.
Runde n+1
Suche eines mehr oder weniger damit assoziierbaren Zitatepaars. Einsendung des Paars mit Quellenangabe.

Veröffentlichung aller Zitate in zufälliger Reihenfolge durch die Spielleiterin, einschließlich des vorab veröffentlichten und eines regulär dazu passenden.

Runde n+2
Raten, welche Zitate zusammengehören.

Durch die Spielleiterin: Vergabe von Punkten für richtiges Raten etc. Veröffentlichung der Punktestände und der richtigen Lösungen mit Quellenangaben.

Selbstverständlich beginnt in jeder Ausgabe von DoubleQuotes auch eine neue Runde, sodaß in ein und demselben Zug sowohl zu raten als auch bereits ein neues Zitatepaar für die nächste Runde einzusenden ist.

Bedingungen für die Zitatepaare

Zitiert werden darf aus jedem beliebigen in gedruckter Form veröffentlichten Text; vorzugsweise jedoch aus Büchern. In jedem Fall sollten die Mitspielerinnen nach Bekanntgabe der Lösungen diese prinzipiell auch nachkontrollieren können, zumal die Zitate ja möglicherweise weniger das Mißtrauen als vielmehr einfach die Lust am Lesen geweckt haben.

Die Länge eines Zitates darf 100 Worte nicht übersteigen. Beide Zitate müssen aus demselben Text und von eng beieinanderliegenden Stellen stammen: Zwischen dem Ende des ersten und dem Anfang des zweiten Zitats dürfen höchstens 500 Worte übersprungen werden. Die zitierten Textbereiche dürfen sich auch nicht überlappen.

Ein Zitat darf nicht überwiegend aus Text, der an der Fundstelle wiederum aus anderen Quellen zitiert wird, bestehen (sonst könnte man etwa aus Nachschlagewerken zu leicht Textepaare ohne den mindesten Zusammenhang gewinnen).

Eine möglichst genaue Quellenangabe muß beigefügt werden. Beispiel:

Ernst Belgier, "Der Fingerhut", in: Max R. Ehmann (Hrsg.), "Alle Mörder sind schon da -- 13 unheimliche Geschichten für Kenner", F. Silberkrug Verlag, Freiburg 1969, Seite 127/128.
Daran anschließen kann sich eine kurze Beschreibung der Quelle, die später zusammen mit der Auflösung veröffentlicht werden soll.

Die Spielleiterin kann fragwürdige Beiträge zurückweisen. Sie ist auch die höchste Entscheidungsinstanz in allen übrigen etwa aufkommenden Fragen und Zweifelsfällen.

Das Raten von Paaren

Ein gültiger Rateversuch enthält jede der Nummern aus der Zitateliste genau einmal, einschließlich der Nummern der selbst eingesandten Texte. Es müssen lauter Zahlenpaare angegeben werden. Wenn eine Spielerin der Meinung ist, daß mehr als zwei Zitate im Sinne der obigen Bedingungen zusammengehören, muß sie sich dennoch für eine paarweise Aufteilung entscheiden. Für jedes Zitatepaar kann zusätzlich ein Tip über dessen Herkunft abgegeben werden. Dieser Tip braucht nur die Autorin oder den Titel des zitierten Textes zu nennen, nicht beides. Beispiel:
E. Belgier
oder (vgl. Beispiel unten):
German for travellers
Um die Sache zu vereinfachen, kann die Spielleiterin auch von vornherein eine Menge von Referenzen zur Auswahl geben, unter denen die richtigen enthalten sind. Sie wird sich jedoch hüten, dadurch vorab schon zuviel Information preiszugeben.

Kontakte

Unter "Kontakte" kann jede Spielerin eine kurze Mitteilung eintragen, die in der folgenden Ausgabe von DoubleQuotes unter ihrem Namen veröffentlicht werden soll. Absprachen unter den Spielerinnen oder die Weitergabe spielrelevanter Informationen anders als über die an alle Mitspielerinnen gerichtete Kontaktspalte sind nicht zulässig.

Punkte-Wertung

Der Erfolg jeder Spielerin wird mit einer Punkte-Wertung gemessen. Die aktuellen Punktestände werden nach jeder Auswertung bekanntgegeben. Sie errechnen sich wie folgt:
a) Alte Lorbeeren:
Jede Spielerin behält (aufgerundet) vier Fünftel ihrer Punktzahl der vorhergehenden Runde.
b) Vom Raten:
Dazu kommen je 2 Punkte für jedes richtig angegebene Paar und je 1 Zusatzpunkt, wenn auch dessen Herkunft richtig getippt wurde. Sollten tatsächlich einmal mehr als zwei Zitate im Sinne der obigen Bedingungen zusammenpassen, werden bei der Vergabe dieser Punkte alle theoretisch möglichen Alternativen als richtig anerkannt.
c) Vom Zitieren:
Für jede Mitspielerin, die eines der eingesandten Zitate und das vorab "ausgesäte" als ein Paar ansieht, bekommt die Einsenderin einen weiteren Punkt.
d) Vom Informieren:
Schließlich gibt es noch einen Punkt für jede abgedruckte Kurzbeschreibung.

Und nun viel Spaß beim Raten und Schmökern!


Zugabgaben

Beispiel für eine Zugabgabe

[...]

Neuer Service: Zugabgabe per WWW

Die einfachste Möglichkeit, einen Zug abzugeben, bietet vermutlich dieses WWW-Formular.

Beispiel für eine Zugabgabe per E-Mail

.Ru 5
.Sp "Theodor von Th\*ane"
.Pa
1+4:Wilhelm Busch
2+8
3+7:Rene Goscinny
5+12
6+14
9+10:Andre Franquin
11+13:Jim Davis
.Zi
vahss fewr ighn shoysslikhers vehterr
.Zi
K\*onnen Sie mir bitte Feuer geben?
Warum lachen Sie?
Ist mein Deutsch so schlecht?
.Qu
N.N., "German for travellers", Berlitz, Lausanne 1986,
Seite 94/95.
.Ku
Kleines Taschenbuch mit Redewendungen f\*ur Englisch
sprechende Reisende in Deutschland.
Besonders lustig finde ich die pseudo-englische
Lautschrift und manchmal die Auswahl und Reihenfolge
"situationstypischer" S\*atze.
.Ko
\fIAn P. Bach:\fP
Das ist wirklich ein tolles Buch!
Wei\*st Du, ob schon eine Fortsetzung erschienen ist?
.Ab
\fIAn D. Quax:\fP
\*Atsch, reingefallen!
Danke f\*ur das P\*unktchen...
.En "Theodor von Th\*ane"

Allgemeine Syntax für E-Mail-Zugabgaben

.Ru <Runde>			# optional
.Sp "<Spieler>"
.Pa
<Nr>+<Nr>			# Möglichkeit 1  \ pro Zeile ein
<Nr>+<Nr>:<Autor od. Titel>	# Möglichkeit 2  / Paar
.Zi
<Zitat 1>
.Zi
<Zitat 2>
.Qu
<Quellenangabe>
.Ku				# optional
<Kurzbeschreibung>		#
.Ko					# optional
<Kontakt>				#
.Mi						# optional
<Mitteilung an den Spielleiter>			#
.En "<Spieler>"

Bemerkungen

In Zitaten, Kurzbeschreibung und Kontakten werden die deutschen Umlaute wie folgt repräsentiert: \*A \*O \*U \*a \*o \*u \*s . Einen neuen Absatz beginnt man durch eine .Ab Zeile. Um den automatischen Zeilenumbruch abzuschalten (etwa für ein Gedicht-Zitat), stellt man eine .Ge Zeile unmittelbar vor den zeilenweise wiederzugebenden Textabschnitt. .Ab schaltet diesen Modus wieder aus. Worte, die man durch Kursivdruck hervorheben will, kann man zwischen \fI und \fP einschließen.
Der Autor von DoubleQuotes ist Martin Hasch, Postfach 2164, D-89011 Ulm. Diese Spielregel erschien im April 1993 als Publikation des POSTSPILLION, bei dessen Herausgeber sie ebenso wie auch Zugabgabeblätter bezogen werden kann.
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Martin Hasch